Das Ende dieser Seite

Hiermit verkünde ich das Ende dieser Seite! Sie hat mir gute Dienste geleistet. Aber nun heisst es Abschied zu nehmen und nach vorne zu schauen.
Konkret heisst das: zur neuen Webseite zu gehen.

Ich fand, dass eine offzielle Webseite unter meiner eigenen Domain nötig war, auch wollte ich sie nicht nur schicker und schöner, sondern auch benutzerfreundlicher machen. So lässt sie sich übrigens auch ganz hervorragend auf Smartphones und Tablets öffnen! 

Auf www.ulrichstern.de sind alle Artikel und Texte und Inhalte, die es hier zu lesen, hören und sehen gab auch zu finden.

Aber noch viel mehr! Auf meiner neuen offiziellen Webseite findet Ihr neben aktuellen Konzertterminen auch:

sowie natürlich immer wieder aktuelle Informationen zu neuen Produktionen und Plänen, außerdem ganz persönliche Gedanken über mein Leben als Künstler, das Musikbusiness im allgemeinen und ganz besonderen…

Und schließlich, ab und zu… die eine oder andere Überraschung!

Vielen Dank an alle, die immer wieder hierher gekommen sind!
Ich hoffe, Euch auch auf ulrichstern.de begrüßen zu dürfen!

 

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Zwei Alben ab sofort online erhältlich

Album Cover

Hier kann man kaufen!

Sketches’n’Scratches und Elegiac Stanzas

“Sketches’n’Scratches” – zu deutsch: Entwürfe und Gekritzel – war für einige Jahre ein Arbeitstitel, der Name meines Ordners, in den meine englischsprachigen lauten Spielereien hineinkamen. Songs, die ich zwar alleine mit der Westerngitarre geschrieben hatte, aber ganz oft bereits mit einer Band im Hinterkopf. Um eine etwas bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie meine Songs sich mit Band denn nun anhören würden, habe ich sie dann einfach entsprechend produziert.
Herausgekommen sind… Hits, Hits, Hits!

Als ich neulich nach einem  Konzert in der Woanders Bar noch am Thresen saß, machte der Barkeeper die CD an, und ich fühlte mich glücklich und stolz und zufrieden mit dem, was ich da hörte. Und die anwesenden Gäste auch! Sehr sogar!

Klickt also hier oder auf das Bild oben und kauft die Songs bei CDBABY, im iTunes Store oder Amazon sowie bei diversen anderen Anbietern. Da gibt’s meine Musik nun auch!

Und/Oder… schreibt bitte bei Amazon, iTunes gerne Eure Meinung!
Über positive Bewertungen freue ich mich natürlich besonders!

Das gilt natürlich auch für das andere Album, das es nun endlich auch bei CDBaby, Amazon, im iTunes Store und und und zu kaufen gibt.

Elegiac Stanzas Cover

Das erste Akustik Album von Ulrich Stern, erschienen 2009 bei Haywain Recordings, damals noch unter dem Künstlernamen “Johnny3000″

Elegiac Stanzas war vor mittlerweile fast 5 Jahren mein erstes Akustik-Album unter meinem Künstlernamen Johnny3000, bei Haywain, wo man immer noch die physische CD bestellen kann, die auch ich bei Konzerten verkaufe.

Nun kann man sie also auch über die mittlerweile üblichen digitalen Vertriebswege erwerben!

Und nun wieder schnell ran an die Arbeit, an die ganz neuen Songs und Produktionen.

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Konzerte, Konzerte

“Windgesang” in Marne

Am 15. Februar war es so weit:
ich habe im Haus der Jugend in Marne “Windgesang” gespielt, mein – zugegeben etwas trauriges – Lied über den wirtschaftlichen Niedergang in meiner Heimat an der Nordsee, die Schließung des Friedrichskooger Hafens und das Ende von Otto Paulsen in Marne.
Vorher schon und anschließend unterhielt mich mit Leuten im Publikum, und – ich muss wohl sagen: leider – scheine ich wohl mit dem Song einigen Menschen sehr aus der Seele zu sprechen.

LIVE in Neukölln

Ulrich und Jack auf der Bühne

Ulrich und Jack in der Ma Thilda Bar.

Gestern hatte ich dann das große Vergnügen in der Ma Thilda Bar in Neukölln aufzutreten. Jack war natürlich mit dabei und hat mir so gut er konnte die Show gestohlen. Ein paar Leute müssen aber doch auch mir zugehört haben, denn später lagen ein paar CDs weniger und ein paar Euros mehr  im Gitarrenkoffer als vor dem Gig.

So wie gerade geht es hoffentlich erstmal weiter! Ich arbeite fleißig an einer neuen CD, die Webseite kommt, und mehr Konzerte natürlich auch!
Kommenden Donnerstag, am 27. Februar spiele ich das nächste Mal: bei Erika & Hilde am Weigandufer.

Ich freue mich!

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Gute Dinge passieren

Ich halte mich eigentlich nicht für einen gläubigen, besonders spirituellen oder gar esoterischen Menschen.
Aber die vergangenen Tage haben mich doch das eine oder andere Mal zum Staunen gebracht. Manchmal kamen Hilfe, Unterstützung und Motivation von Seiten, von denen ich sie nie erwartet hätte, zu zum Teil ungewöhnlichen Momenten, aber irgendwie dann doch immer zum genau richtigen Zeitpunkt.

Ich war neulich so richtig pleite. Obwohl der Monat erst angefangen hatte, konnte ich nicht an mein Konto, und ich ging schon Blutplasma spenden, um mir und Jack wenigstens die allernötigsten Dinge des Lebens für die Woche kaufen zu können.

Da fand ich auf der Straße ein Schlüsselbund. Wie man das hier in Kreuzberg so macht, hing ich einen Zettel mit der Information über den Fund und meiner Telefonnummer auf. Aber es meldete sich niemand. Als ich schon überlegte das Bund beim Fundbüro abzugeben, klingelte mein Handy. Der Mann beschrieb die Schlüssel korrekt und 10 Minuten später kam er vorbei.
Und: er gab mir einen anständigen Finderlohn! 

Andere Beispiele wären die sehr schönen Konzertabende, die ich in letzter Zeit erleben durfte. Was für nette Menschen in gemütlichen und sympathischen Bars es doch gibt!
Zum Beispiel das Cafe Morena im Wedding. Da hatte ich am 1. Februar das Vergnügen zu spielen. Zig Jahre gibt es den Laden! West-Berliner Kneipenkultur at its best!
Oder am 6.2. der Moonkeys Club in Hipsterhausen Neukölln, wo ja bekanntlich täglich eine neue Bar aufmacht.
Sehr empfehlenswerte Locations mit immer wieder tollen KünstlerInnen.

Auf dem Weg nach Neukölln hatte ich dann eine interessante Begegnung auf dem Hermannplatz: eine junge attraktive Frau mit dunklen langen Haaren und rotgeschminkten Lippen musterte mich neugierig, wie ich mit Gitarre und Hund die Straße überquerte und sprach mich an.
Ob ich Musiker sei. Ja.
Ob ich damit mein Geld verdienen würde. Ich versuch’s…
Ob ich Interesse hätte Theater zu spielen… Äh? Was? Ja!
Sie stellte sich mir dann als eine Regisseurin am Atze Musiktheater vor. Wir tauschten Nummern aus, und am nächsten Tag rief mich der Leiter des Theaters an, man würde sich dann vielleicht bald mal melden…
Ob ich nun bald unter die singenden Schauspieler gehe ist mir hier an dieser Stelle gar nicht so wichtig. Das wäre zwar toll. Aber wenn es nicht klappt, ist das auch okay. Vielleicht werde ich noch nicht mal zum Casting eingeladen, na und?
Aber es war eine Begegnung, bei der ich so wahrgenommen wurde, wie ich es mir wünsche.

Die Liste an guten Dingen, die mir in letzter Zeit widerfahren sind, ließe sich fortsetzen.
Deshalb an dieser Stelle: DANKE! An wen oder was auch immer!
Vielleicht sind das Belohnungen?! Vielleicht mache ich ja doch was richtig?! 

Ich will auch fleißig weiter arbeiten!

Immerhin: der Februar sieht konzerttechnisch schon ganz gut aus, so soll es sein und so soll es gerne bitte weitergehen.
Meine Webseite ist in der Pipeline, ich weiß, es dauert, aber sie kommt.

Jetzt freue ich mich erstmal auf Dithmarschen! Morgen geht’s nach Marne! Im Haus der Jugend spiele ich dann zusammen mit vielen alten Freunden die Old Time Stage Night!

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Windgesang, Livetermine und Neuigkeiten…

Logo der Bürgerinitiative in Friedrichskoog

Das Logo der Friedrichskooger Bürgerinitiative

Vor gut 10 Tagen habe ich „Windgesang“, mein neues Lied über meine Heimat an der Nordsee, endlich fertiggestellt und bei Soundcloud hochgeladen.

Die Reaktionen haben mich sehr gefreut. 

Vielen Menschen spricht der Song aus der Seele, es gab aber auch kritische Stimmen, die mich nachdenklich gemacht haben.
Zum Beispiel: das Lied sei „sentimental“…

Ich gebe zu, dass meine Gefühle, die mich heimsuchen, wenn ich in Marne und im Friedrichskoog zu Besuch bin, durchaus sentimental zu nennen sind. Und ich weiß: das hat ganz viel mit mir selbst zu tun.

Diese Veränderungen, die mich ganz persönlich schmerzen, sie erinnern mich daran, wen und was ich bereits verloren habe, und zwar endgültig, ganz besonders mir sehr nahe stehende Menschen. Das ist so etwas wie eine universelle Erfahrung, die mit steigendem Alter leider immer präsenter wird. Und Fortgezogene mit ihrem immer ganz eigenen und oft etwas komplizierten Verhältnis zur Heimat noch einmal auf ihre Weise betrifft.

Aber beispielhafte Entwicklungen wie

  • die drohende Schließung des Friedrichskooger Hafens und
  • das Ende von „Otto Paulsen“, dem Eisen- und Spielwarengeschäft in Marne, nach über 130 Jahren!

betreffen natürlich in erster Linie die Menschen vor Ort. Und rufen vielleicht auch bei ihnen Gefühle wie Wehmut und Trauer auf.

Zorn hat hier auch seine Berechtigung!
Einfach mal der Empörung über die Wirtschaftspolitik freien Lauf lassen!
Einen Aufruf zum Widerstand gegen das bürokratische Regime in Kiel in die Welt schallen lassen!
Mut machen!
Konstruktive Kritik üben!

Oder: die graue Realität in all ihren trüben Schattierungen nüchtern beschreiben.

Downtown Marne

Marne im Winter

Nun, das überlasse ich gerne denen, die das können oder wollen oder glauben zu können.
Gründe und Anlässe gibt es genug… nicht nur in Dithmarschen.

Nur zu!

Texte schreiben

Einen neuen Liedtext zu schreiben ist immer wieder eine Herausforderung für mich.
So wie am Anfang ein erstes Gitarrenriff, ein Thema, eine einfache und kurze Melodie fällt mir auch oft eine erste Textidee wie vom Himmel auf den Kopf.
Und dann?
Dann beginnt die Arbeit.
Dann heisst es: ein Vertrauen in diese ersten Ideen zu etablieren, ohne zwanghaft an ihnen festzuhalten. Sondern sie als Grundlage zu nehmen, die ich auch ändern „darf.“ Manchmal muss ich mir ganz bewusst die Erlaubnis geben, erste Ideen lediglich als Inspiration zu erkennen und wieder loszulassen.

„Windgesang“ zum Beispiel war mir ganz plötzlich wie aus dem Nichts erschienen, einfach so, ohne, dass ich darüber gebrütet hätte, was für ein ach wie poetisch klingendes Wort ich denn mal neu schöpfen könnte. Ich spielte die Strophenakkorde und sang „la la laaa“, „Mmh… Mmh….. Mmmmhh….“, und auf einmal „Windgesang“…

Wie gesagt: nicht immer verwende ich dann solche Ideen. Zum Beispiel folgende Strophenzeilen, die ich am Anfang eigentlich ganz schön fand, die aber am Ende nicht mehr passten:

Hafenlos,
Steuern wir, nicht mehr hier, diese Küste an.
In fernen Büros,
Wird über uns entschieden, nichts als hohle Reden, hält man.

Was meint Ihr? Hätte ich diesen Text doch verwenden sollen?

Live!

Folgende Konzerte stehen für 2014 schon fest:

  • Samstag, 1. Februar, im Café Morena Wedding, Berlin-Wedding.
  • Donnerstag, 6. Februar, im Moonkeys Club, Berlin-Neukölln.
  • Samstag, 15. Februar, bei der Old Time Stage Night im Haus der Jugend, Marne.
    Mit hoffentlich vielen bekannten Gesichtern! Sowohl auf der Bühne als auch im Publikum!
  • Freitag, 11. April, im Hard Rock 2 Club, Berlin-Friedrichshain.
  • Samstag, 26. Juli, Privatveranstaltung, Pinneberg.
  • Samstag, 20. September, Alte Räucherei, Burg.
Ulrich Stern auf der Bühne

Live auf dem Görlitzer Christkindelmarkt – bald hoffentlich etwas wärmer…

Mehr Infos dazu hier.

Und: die neue Webseite kommt!

Ich sitze schon seit geraumer Zeit an meiner Homepage, die bald unter www.ulrichstern.de zu finden sein wird. Gut Ding will Weile… aber sie kommt!

Dieser Blog wird dann dort integriert sein.

 

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Hafenlos

So wie einem die Veränderungen
bei einem Menschen, den man nur selten trifft, stärker ins Auge fallen als bei jemandem, den man tagtäglich sieht, ergeht es uns auch mit Orten.
Da werden neue Häuser gebaut und alte abgerissen, wo früher eine Grünfläche zum Verweilen einlud, steht heute ein Parkhaus. Bunte Kindheitserinnerungen färben sich melancholisch grau.

Das alles war für mich nicht neu
als ich im vergangenen Sommer nach Friedrichskoog und Marne reiste, um dort aufzutreten.

  • Das Haus meines besten Freundes: einem Aldi-Parkplatz und Getränkemarkt gewichen.
  • Das Capitol, ein Verzehr-Kino, in das wir fast jeden Sonntagnachmittag gingen: geschlossen.
  • Das alte Krankenhaus, in dem ich geboren wurde: abgerissen und durch ein Altenheim ersetzt.
Alles wird "schön" 2

Baustellen verheißen in Marne nichts Gutes

Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen.

die alte Post

Die alte Post in Marne

Wenn das alles nur der normale Lauf der Dinge wäre,
ich würde mich damit abfinden. Aber diese Veränderungen sind auch Ausdruck des wirtschaftlichen Niedergangs meiner Heimat an der Nordsee. So viele Häuser stehen im Süden Dithmarschens leer und zum Verkauf. Aber niemand will dort leben.

Ich selber stand zusammen mit meinem Bruder
schon vor gut zehn Jahren vor dem Problem, dass wir das Haus unserer verstorbenen Mutter in Marne nicht loswurden. Immer weiter runter gingen wir mit dem Preis, bis sich endlich jemand fand, der es für die Hälfte des Betrages, den unsere Mutter wenige Jahre zuvor noch hingelegt und mittels anschließender Sanierung und Verschönerungen reingesteckt hatte, kaufte.

Paulsen

Otto Paulsen und Nachbarn

Immer wenn ich nach Dithmarschen kam,
stattete ich meinem alten Spiel- und Eisenwarenladen „Otto Paulsen“ einen Besuch ab. Nicht nur, weil ich dort als Kind meine erste Cowboy-Ausstattung gekauft hatte, sondern auch, weil ich mit seinem Sohn und mittlerweile langjährigen Geschäftsführer des Ladens Jens Paulsen in meiner ersten Band gespielt hatte.

Das Geschäft war seit über 130 Jahren eine Marner Institution. Hier gab es nicht nur alles. Hier traf man auch immer jemanden zum Quatschen.

Aber Jens muss nun schließen,
weil die Leute mit ihrem immer weniger werdenen Geld lieber im Internet einkaufen als bei ihren lokalen Einzelhändlern.

Und schließlich der Friedrichskooger Hafen.
Ein Spaziergang zu den Fischkuttern, wie sie je nach Tidenstand entweder hoch am Kai vor sich dümpelten oder im Schlick lagen, manchmal konnte man beim Entladen des Fangs zuschauen, das gehörte einfach zu einem Besuch in der Heimat dazu.

Friedrichskooger Hafen

Jack fand’s auch sehr spannend!

Aber als ich in diesem Sommer dorthin kam,
hingen überall Plakate einer Bürgerinitiative, nicht nur am Hafen, überall im Koog säumten sie die Straßen. Und ich entnahm ihnen, dass der Hafen geschlossen werden soll, weil er sich nicht mehr rentiere. Das hätten die Politiker in Kiel so entschieden. Die Bürokraten mit ihren Zahlen.

Logo der Bürgerinitiative in Friedrichskoog

Das Logo der Bürgerinitiative

Das konnte doch wohl nicht wahr sein!

Es fühlt sich absurd an für mich.
Hier, in Berlin-Kreuzberg, wollen sie alle leben, immer mehr Menschen mit immer mehr Geld ziehen hierher, die Mieten steigen, und die Geschäfte werden immer schicker und teurer.
Und woanders sterben ganze Landstriche aus.

Anfang des Jahres hatte ich wie hier berichtet noch ein Lied über diese Veränderungen in „meinem Kiez“ am Görlitzer Park geschrieben.

Jetzt ist Dithmarschen dran.

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Zum Tode Lou Reeds

Als mich neulich die Nachricht vom Tode Lou Reeds erreichte und daraufhin das Netz voll war mit Nachrufen und Gedanken zu seinem Wirken und seinem Einfluss auf die Rock- und Popmusik, erinnerte ich mich daran wie ich als Jugendlicher die Platte mit der Banane rauf- und runterhörte.

Dass The Velvet Underground damals Pioniere waren mit ihren schrägen, teilweise monotonen und primitiven Sounds und Songstrukturen, war mir aber mit 16 überhaupt nicht bewusst.
Dass sie da etwas „anders“ machten als andere Rockbands in den 60ern, dass sie Hörgewohnheiten aufbrachen, dass es in den Texten um harte Drogen, Sucht und Sadomaso, um den Lifestyle der New Yorker Kunst Boheme in Andy Warholes Factory ging: keine Ahnung.

Mit der Bananenplatte war dann auch Schluss. Was experimentelle Sounds betrifft, waren mir als Teenager Pink Floyd näher. Ansonsten vom Blues inspirierte Bands wie Led Zeppelin oder AC/DC.

Als ich Anfang der 90er wieder den Lärm für mich entdeckte, dieses Mal in Gestalt von Sonic Youth, auch verwurzelt in der New Yorker Kunstwelt, führte dies nicht etwa zu einer Rückbesinnung auf The Velvet Underground oder Lou Reed.
Mein Interesse für die verschiedenen Wurzeln unser Popkultur beschränkte sich immer noch auf traditionelle Einflüsse wie den Blues, Folk, Country und Rock’n’Roll.

Und so sollte es auch bleiben. In meinem Bewusstein stand Lou Reed bald immer mehr für schwarze Rollkragenpullover und eine eine kalte, intellektuelle, abgehobene artsy fartsy Welt, mit der ich nichts zu tun haben wollte.

Und trotzdem trifft Lou Reeds Tod einen Nerv in mir. Warum?

Vielleicht, weil er ein Vertreter einer Zeit des Aufbruchs und der Möglichkeiten war? In der sich nicht nur musikalisch, sondern auch gesellschaftlich viel tat? In der alte Denkgewohnheiten aufgebrochen, für neue Freiheiten gekämpft und diese künstlerisch ausgedrückt wurden? Weil er ein Protagonist dieser Umwälzungen war, in deren Zeit ich hineingeboren wurde?

Macht mich Lou Reeds Tod betroffen, weil es mir bewusst macht, dass früher oder später auch die jetzt noch lebenden Musiker, die in den 50er, 60er und 70er Jahren ihre Karrieren begannen, sterben werden? Und zwar die, die ich als meine Helden bezeichnen würde?

Vielleicht führt mir Lou Reeds Tod einfach nur vor Augen, dass – nicht nur – die musikalische Welt eine andere sein wird ohne Pete Seeger (94), B. B. King (88), Chuck Berry (87), Little Richard (80), Bob Dylan (72), Paul McCartney (71), Mick Jagger (70), Neil Young (67), Emmylou Harris (66), Iggy Pop (66), David Bowie (66), Stevie Nicks (65), Robert Plant (65), Bruce Springsteen (64), Tom Petty (63), Malcolm (60) & Angus Young (58) und so weiter. Um nur ein paar wenige zu nennen.

Einfach, weil sie langsam, aber sicher in das Alter kommen, in dem man auch ohne wilden Rock’n’Roll Lifestyle, trotz Yoga und Tai Chi, dem Tode ins Auge schaut.

Wünschen wir ihnen daher noch eine lange kreative Zeit auf Erden. Und hören wir, was sie uns zu sagen haben.

 

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